Wenn Fragmente zu Bildräumen werden

Wenn Fragmente zu Bildräumen werden

In vielen meiner Arbeiten tauchen Fragmente auf – Hände, Formen oder angedeutete Körper. Sie erscheinen nicht als klassische Darstellung, sondern als Teil eines größeren Bildraums.

Diese Fragmente verbinden sich mit Material, Struktur und Oberfläche. Sie werden überlagert, aufgebrochen oder nur angedeutet. Mich interessiert dabei weniger das Abbild als der Moment, in dem sich eine Form aus dem Material heraus entwickelt.

So entstehen Werke, die zwischen Malerei, Relief und Strukturarbeit stehen.

Und noch eine besondere Verbindung entsteht. Viele dieser Fragmente sind tatsächlich Teile von mir selbst – Abformungen meiner Hand, meines Gesichts oder anderer Körperbereiche. Dadurch entsteht eine sehr direkte Beziehung zwischen Werk, Material und meiner eigenen Präsenz im Bild.

Wenn Material zu sprechen beginnt

Wenn Material zu sprechen beginnt

Im Atelier beginnt vieles nicht mit einer fertigen Vorstellung, einem kompletten Konzept oder Konstrukt. Oft ist es ein Bild vor dem inneren Auge, das eine bestimmte Emotion weckt. Dann folgt der bewusste Blick zum Material: Was habe ich, was funktioniert, was lässt sich kombinieren?

Farbe, Strukturpasten, Stoffe oder Oberflächen reagieren miteinander und eröffnen neue Bildräume. Schichten bauen sich auf, werden wieder gebrochen oder teilweise freigelegt. Eingerissen, aufgebaut, neu gesetzt – immer wieder.

Dabei entstehen Strukturen, Risse und Übergänge, die den Arbeiten ihre Tiefe geben. Dieser Prozess ist ein Dialog zwischen Intuition und Material. Oft zeigt sich erst im Verlauf der Arbeit, welche Richtung ein Werk tatsächlich nimmt.

Viele meiner Arbeiten entstehen genau aus diesem offenen Prozess – zwischen Kontrolle und Zufall. Zwischen Loslassen und Zulassen.

 

Körperpoesie – zwischen Linie und innerem Zustand

Körperpoesie – zwischen Linie und innerem Zustand

Manchmal beginnt ein Bild nicht mit einer Idee. Sondern mit einer Bewegung.
Eine Linie. Ein Ansetzen. Ein Körper, der sich nicht erklären will, sondern einfach da ist.

Die Serie „Körperpoesie“ ist genau daraus entstanden.

Ich habe nicht begonnen, den Körper zu zeichnen, um ihn darzustellen.
Nicht als Form, nicht als Figur. Sondern als Haltung.

Was passiert, wenn der Körper nicht zeigt, sondern hält?
Wenn er sich zurückzieht, verdichtet, auflöst oder still wird?

Die Zeichnungen entstehen reduziert. Bleistift, Kohle, kaum Korrektur.

Linien setzen sich, brechen ab, finden sich neu. Flächen entstehen und verschwinden wieder.

Es geht nicht um Perfektion. Nicht um Anatomie im klassischen Sinne. Es geht um einen Moment.

Der Körper spricht leise. Nicht laut, nicht eindeutig. Er zieht sich zurück.
Oder bleibt.

Zwischen Linie und Fläche entsteht etwas, das nicht erklärt werden muss.

Mit jeder Arbeit hat sich etwas verschoben. Von offenen Linien hin zu klareren Formen. Von Bewegung hin zu Verdichtung. Einige Arbeiten bleiben fragmentarisch. Andere bündeln sich zu einer klaren Präsenz. Gerade diese Spannbreite macht die Serie für mich aus.

Ein Teil dieser Entwicklung führt weiter – weg vom Papier, hin zur Leinwand. Dort wird das, was in den Zeichnungen angedeutet ist, zu Fläche, Material und Farbe. Aber der Ursprung bleibt sichtbar – die Linie.

„Körperpoesie“ ist kein abgeschlossenes Projekt. Es ist eine Annäherung. Ein fortlaufender Prozess.

Und vielleicht genau das – mein Versuch, etwas festzuhalten, das sich eigentlich nicht festhalten lässt.

Die Arbeiten der Serie „Körperpoesie“ sind gesammelt auf der Werkübersicht zu sehen.

Zwischen dem, was ist

Zwischen dem, was ist

Es beginnt selten mit einer Idee. Eher mit einem Druck. Mit etwas, das nicht still bleibt.
Ich arbeite nicht darauf hin, dass etwas „gut“ wird. Ich arbeite, bis es sich nicht mehr wehrt.

Material ist dabei kein Werkzeug. Es ist Gegenüber. Gips, der reißt. Farbe, die sich nicht kontrollieren lässt.
Manches kippt. Manches bleibt stehen. Manches verschwindet, obwohl ich es halten will.

Ich greife ein. Ich halte zurück. Und genau dazwischen passiert etwas, das ich nicht planen kann.
Es geht nicht darum, etwas zu zeigen. Sondern darum, etwas freizulegen, das längst da ist.

Zwischen dem, was ist, und dem, was sich zeigt, liegt kein Plan.
Nur ein Prozess, der sich nicht kontrollieren lässt.

Zwischen Sichtbarkeit und Rückzug

Zwischen Sichtbarkeit und Rückzug

Ausstellungen sind für viele der Moment, in dem etwas sichtbar wird. Für mich sind sie mehr als das. Sie sind ein Teil eines Weges, der nicht immer gerade verläuft.

2023 und 2024 waren geprägt von Bewegung. Berlin. Magdeburg. Unterschiedliche Räume, unterschiedliche Kontexte – und immer wieder die Frage, wie meine Arbeiten wirken, wenn sie den geschützten Raum des Ateliers verlassen.

Gruppenausstellungen, Begegnungen, neue Perspektiven.
Aber auch das Gefühl, ständig im Außen zu sein.

2025 gab es diesen Moment nicht.

Keine Ausstellung. Kein öffentlicher Raum.
Nicht, weil nichts da war, sondern weil etwas anderes Raum brauchte.

Rückzug.
Neu sortieren.
Wieder näher an den eigenen Prozess kommen.

Arbeiten, ohne zu zeigen. Entwickeln, ohne sofort sichtbar zu sein.
Jetzt entsteht langsam wieder Bewegung. Nicht aus dem Druck heraus, präsent sein zu müssen. Sondern aus dem Gefühl, dass etwas bereit ist.

Für neue Räume. Neue Begegnungen. Und das, was daraus entsteht.

Nicht alles, was entsteht,
muss sofort gesehen werden.

Manches wächst im Stillen.
Bis es bereit ist.

Aktuelle Arbeiten finden sich auch im Bereich Kunst auf meiner Webseite.