Manchmal beginnt ein Bild nicht mit einer Idee. Sondern mit einer Bewegung.
Eine Linie. Ein Ansetzen. Ein Körper, der sich nicht erklären will, sondern einfach da ist.

Die Serie „Körperpoesie“ ist genau daraus entstanden.

Ich habe nicht begonnen, den Körper zu zeichnen, um ihn darzustellen.
Nicht als Form, nicht als Figur. Sondern als Haltung.

Was passiert, wenn der Körper nicht zeigt, sondern hält?
Wenn er sich zurückzieht, verdichtet, auflöst oder still wird?

Die Zeichnungen entstehen reduziert. Bleistift, Kohle, kaum Korrektur.

Linien setzen sich, brechen ab, finden sich neu. Flächen entstehen und verschwinden wieder.

Es geht nicht um Perfektion. Nicht um Anatomie im klassischen Sinne. Es geht um einen Moment.

Der Körper spricht leise. Nicht laut, nicht eindeutig. Er zieht sich zurück.
Oder bleibt.

Zwischen Linie und Fläche entsteht etwas, das nicht erklärt werden muss.

Mit jeder Arbeit hat sich etwas verschoben. Von offenen Linien hin zu klareren Formen. Von Bewegung hin zu Verdichtung. Einige Arbeiten bleiben fragmentarisch. Andere bündeln sich zu einer klaren Präsenz. Gerade diese Spannbreite macht die Serie für mich aus.

Ein Teil dieser Entwicklung führt weiter – weg vom Papier, hin zur Leinwand. Dort wird das, was in den Zeichnungen angedeutet ist, zu Fläche, Material und Farbe. Aber der Ursprung bleibt sichtbar – die Linie.

„Körperpoesie“ ist kein abgeschlossenes Projekt. Es ist eine Annäherung. Ein fortlaufender Prozess.

Und vielleicht genau das – mein Versuch, etwas festzuhalten, das sich eigentlich nicht festhalten lässt.

Die Arbeiten der Serie „Körperpoesie“ sind gesammelt auf der Werkübersicht zu sehen.