Wenn Fragmente zu Bildräumen werden

Wenn Fragmente zu Bildräumen werden

In vielen meiner Arbeiten tauchen Fragmente auf – Hände, Formen oder angedeutete Körper. Sie erscheinen nicht als klassische Darstellung, sondern als Teil eines größeren Bildraums.

Diese Fragmente verbinden sich mit Material, Struktur und Oberfläche. Sie werden überlagert, aufgebrochen oder nur angedeutet. Mich interessiert dabei weniger das Abbild als der Moment, in dem sich eine Form aus dem Material heraus entwickelt.

So entstehen Werke, die zwischen Malerei, Relief und Strukturarbeit stehen.

Und noch eine besondere Verbindung entsteht. Viele dieser Fragmente sind tatsächlich Teile von mir selbst – Abformungen meiner Hand, meines Gesichts oder anderer Körperbereiche. Dadurch entsteht eine sehr direkte Beziehung zwischen Werk, Material und meiner eigenen Präsenz im Bild.

Wenn Material zu sprechen beginnt

Wenn Material zu sprechen beginnt

Im Atelier beginnt vieles nicht mit einer fertigen Vorstellung, einem kompletten Konzept oder Konstrukt. Oft ist es ein Bild vor dem inneren Auge, das eine bestimmte Emotion weckt. Dann folgt der bewusste Blick zum Material: Was habe ich, was funktioniert, was lässt sich kombinieren?

Farbe, Strukturpasten, Stoffe oder Oberflächen reagieren miteinander und eröffnen neue Bildräume. Schichten bauen sich auf, werden wieder gebrochen oder teilweise freigelegt. Eingerissen, aufgebaut, neu gesetzt – immer wieder.

Dabei entstehen Strukturen, Risse und Übergänge, die den Arbeiten ihre Tiefe geben. Dieser Prozess ist ein Dialog zwischen Intuition und Material. Oft zeigt sich erst im Verlauf der Arbeit, welche Richtung ein Werk tatsächlich nimmt.

Viele meiner Arbeiten entstehen genau aus diesem offenen Prozess – zwischen Kontrolle und Zufall. Zwischen Loslassen und Zulassen.